bookmark_borderWas sind ADRs?

American Depositary Receipts (ADRs) sind Finanzinstrumente, die es US-Investoren ermöglichen, Aktien ausländischer Unternehmen zu handeln, ohne dass diese an den US-Börsen direkt notiert sind. ADRs werden von US-Banken ausgegeben und repräsentieren eine bestimmte Anzahl von Aktien eines ausländischen Unternehmens. Sie werden in US-Dollar gehandelt und unterliegen den US-amerikanischen Handelsvorschriften.

Um ADRs beurteilen zu können und Details einzusehen hilft Beispielsweise die Webseite https://adr.com/ von J.P.Morgan.

Wozu sind ADRs gut?

ADRs bieten eine Reihe von Vorteilen:

  1. Zugang zu internationalen Märkten: Sie ermöglichen US-Investoren, in ausländische Unternehmen zu investieren, ohne dabei mit den Komplexitäten des Handels an ausländischen Börsen konfrontiert zu sein.
  2. Vereinfachte Buchführung: Da ADRs in US-Dollar gehandelt werden, müssen Investoren keine Währungsumrechnungen vornehmen.
  3. Liquidität: ADRs erhöhen die Liquidität der Aktien des ausländischen Unternehmens in den USA.
  4. Transparenz und Sicherheit: Durch die Handelsregeln und Offenlegungsvorschriften in den USA bieten ADRs eine höhere Transparenz und Sicherheit für die Investoren.

Risiken von ADRs im Vergleich zu regulären Aktien

Trotz ihrer Vorteile bergen ADRs auch spezifische Risiken:

  1. Währungsrisiko: Obwohl ADRs in US-Dollar notiert sind, bleibt das zugrunde liegende Währungsrisiko bestehen, da der Wert der zugrunde liegenden Aktien in der Originalwährung des Unternehmens schwankt.
  2. Politisches und wirtschaftliches Risiko: Investitionen in ausländische Unternehmen sind anfälliger für politische und wirtschaftliche Instabilitäten im Herkunftsland.
  3. Regulatorisches Risiko: Unterschiedliche regulatorische Standards und Offenlegungsvorschriften zwischen dem Herkunftsland und den USA können zu zusätzlichen Unsicherheiten führen.
  4. Liquiditätsrisiko: Während ADRs im Allgemeinen liquid sind, können sie bei geringem Handelsvolumen weniger liquid als die zugrunde liegenden Aktien sein.

Unterschied zwischen ADRs, EDRs und anderen

Neben ADRs gibt es auch andere ähnliche Instrumente, wie z.B. European Depositary Receipts (EDRs) und Global Depositary Receipts (GDRs).

  1. ADRs (American Depositary Receipts): Diese werden in den USA gehandelt und von US-Banken ausgegeben.
  2. EDRs (European Depositary Receipts): Diese werden in Europa gehandelt und von europäischen Banken ausgegeben. Sie ermöglichen europäischen Investoren den Zugang zu internationalen Aktien.
  3. GDRs (Global Depositary Receipts): Diese können an mehreren internationalen Börsen gehandelt werden und bieten eine noch breitere Zugänglichkeit für Investoren weltweit.

Beispiele

  1. ADRs: Ein bekanntes Beispiel ist die Alibaba Group. Ihre ADRs werden an der New York Stock Exchange (NYSE) unter dem Symbol BABA gehandelt.
  2. EDRs: Ein Beispiel ist der französische Energiekonzern TotalEnergies, dessen EDRs an der London Stock Exchange (LSE) gehandelt werden.
  3. GDRs: Ein weiteres Beispiel ist der russische Energiekonzern Gazprom, dessen GDRs an der London Stock Exchange und der Frankfurt Stock Exchange gehandelt werden.

Fazit

ADRs, EDRs und GDRs bieten Investoren die Möglichkeit, in ausländische Unternehmen zu investieren, ohne die mit dem direkten Handel an ausländischen Börsen verbundenen Schwierigkeiten. Während sie viele Vorteile bieten, sollten Investoren sich auch der spezifischen Risiken bewusst sein, die mit diesen Instrumenten einhergehen, und eine fundierte Entscheidung auf Basis ihrer Anlagestrategie treffen.

bookmark_borderDer CNN Fear & Greed Index

Der Fear and Greed Index (CNN Furcht- und Gier-Index) ist ein Stimmungsindikator für den US-Aktienmarkt. Er wurde von CNNMoney entwickelt und misst, wie ängstlich oder gierig Anleger aktuell sind. Der Index basiert auf sieben verschiedenen Datenpunkten, die jeweils einen bestimmten Aspekt der Marktstimmung widerspiegeln:

  • Marktmomentum: Dieser Faktor misst die kurzfristige Kursentwicklung des Marktes. Steigen die Kurse schnell, deutet dies auf Gier hin, während fallende Kurse auf Angst hindeuten.
  • Aktienkursstärke: Dieser Faktor misst die Breite der Marktaufwärtsbewegung. Wenn viele Aktien gleichzeitig steigen, deutet dies auf Gier hin, während eine breite Abwärtsbewegung auf Angst hindeutet.
  • Aktienkursbreite: Dieser Faktor misst die Anzahl der Aktien, die neue 52-Wochen-Hochs bzw. -Tiefs erreichen. Eine hohe Anzahl neuer Hochs deutet auf Gier hin, während eine hohe Anzahl neuer Tiefs auf Angst hindeutet.
  • Put-Call-Verhältnis: Dieses Verhältnis misst die Anzahl der Put-Optionen, die im Verhältnis zu Call-Optionen gehandelt werden. Ein hohes Put-Call-Verhältnis deutet auf Angst hin, da Puts gekauft werden, um sich gegen fallende Kurse abzusichern.
  • Markenvolatilität: Dieser Faktor misst die implizite Volatilität des Marktes, die anhand der VIX-Optionen berechnet wird. Eine hohe Volatilität deutet auf Angst hin, da Anleger höhere Preise für Optionen zahlen, um sich gegen Kursschwankungen abzusichern.
  • Nachfrage nach sicheren Häfen: Dieser Faktor misst die Differenz zwischen den Renditen von Staatsanleihen und Aktienrenditen. Wenn Anleger auf sichere Häfen wie Staatsanleihen flüchten, steigt die Nachfrage nach sicheren Häfen und deutet auf Angst hin.
  • Nachfrage nach Junk Bonds: Dieser Faktor misst die Differenz zwischen den Renditen von Junk Bonds und Staatsanleihen. Wenn Anleger riskantere Junk Bonds kaufen, sinkt die Nachfrage nach Junk Bonds und deutet auf Gier hin.

Der Fear and Greed Index wird auf einer Skala von 0 bis 100 angezeigt, wobei 0 extreme Angst und 100 extreme Gier repräsentiert. Der Index wird täglich aktualisiert und kann auf der CNNMoney-Website eingesehen werden.

Nutzung des Fear and Greed Index:

Der Fear and Greed Index kann Anlegern helfen, die aktuelle Marktstimmung einzuschätzen. Wenn der Index extrem niedrig ist, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass der Markt überverkauft ist und eine Kaufgelegenheit darstellen könnte. Umgekehrt kann ein extrem hoher Index ein Zeichen dafür sein, dass der Markt überkauft ist und eine Verkaufsgelegenheit darstellen könnte.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Fear and Greed Index nur ein Indikator ist und nicht als alleinige Grundlage für Anlageentscheidungen verwendet werden sollte. Anleger sollten immer ihre eigenen Recherchen durchführen und ihre individuellen Anlageziele und Risikobereitschaft berücksichtigen.

Was der Fear and Greed Index über die Märkte aussagt:

Der Fear and Greed Index kann ein nützliches Instrument sein, um die Marktstimmung zu verstehen. Er kann jedoch nicht vorhersagen, was in Zukunft passieren wird. Der Markt kann sich jederzeit aufgrund unerwarteter Ereignisse ändern. Anleger sollten daher immer wachsam sein und ihre Anlageentscheidungen sorgfältig abwägen.

Fazit:

Der Fear and Greed Index ist ein beliebter Stimmungsindikator für den US-Aktienmarkt. Er kann Anlegern helfen, die aktuelle Marktstimmung einzuschätzen, sollte aber nicht als alleinige Grundlage für Anlageentscheidungen verwendet werden. Anleger sollten immer ihre eigenen Recherchen durchführen und ihre individuellen Anlageziele und Risikobereitschaft berücksichtigen.

bookmark_borderBitcoin Mining mit IQMining – lohnt sich das?

IQ Mining ist ein Anbieter von Bitcoin Cloud Mining, der es Nutzern ermöglicht, ohne eigene Hardware und technisches Know-how in die Kryptowährung Bitcoin zu investieren. Das Unternehmen bietet verschiedene Mining-Tarife an, die sich in der Hashrate (Rechenleistung) und der Vertragslaufzeit unterscheiden.

Wie funktioniert Bitcoin Cloud Mining?

Beim Cloud Mining mieten Sie Rechenleistung von einem Unternehmen wie IQ Mining. Diese Rechenleistung wird dann verwendet, um Bitcoins zu schürfen. Die Erträge aus dem Mining werden dann anteilig an die Nutzer ausgeschüttet.

Vorteile von Bitcoin Cloud Mining:

Geringer Einstiegsaufwand: Sie benötigen keine eigene Hardware und keine technischen Kenntnisse.
Flexibilität: Sie können jederzeit in den Vertrag ein- und aussteigen.
Skalierbarkeit: Sie können Ihre Mining-Leistung jederzeit anpassen.

Doch lohnt sich das?

Wir haben es probiert. Für umgerechnet gut $500 haben wir 42000 GH/s SHA-256 Leistung eingekauft, für ein Jahr. Die Rechnung dazu sieht in etwa so aus. Spoiler: die Rechnung geht auf:

Zunächst das Angebot von IQ Mining:

Wichtig ist vor allem die Maintenance fee: 0.0005$ / 10 GH/s per 24 h – sie zählt pro Tag, das ist leider nicht gut ausgewiesen!
Man zahlt pro Tag also $2,11 bzw. etwa $771 pro Jahr!

Nur wie viele Bitcoin kann man nun pro Tag oder Jahr schürfen? Das hängt an verschiedenen Faktoren, unter anderem der Difficulty. Sie steigt ständig und ist derzeit bei 83947913181362 – Quelle.

Pro GH/s und pro Tag kann man derzeit etwa 0,000000000946454345 Bitcoin erzeugen. Klingt wenig. Bei 42000 GH/s ergibt das 0,0231 Bitcoin in einem Jahr. 0,0231 Bitcoin sind derzeit allerdings etwa $1600 Wert. Davon muss die Maintenance fee von $771 pro Jahr abgezogen werden. Das ergibt immer noch $829 Gewinn. Der Bitcoin Kurs müsste unter $55000 pro Bitcoin fallen Verluste einzufahren.

Der Bitcoin Kurs schwankt natürlich ständig und ist sehr volatil. Es ist aber davon auszugehen, dass er langfristig steigt. Der Produktion von neuen Bitcoin bleibt dabei allerdings konstant und so werden ständig neue Bitcoin erzeugt.

Als Fazit kann gesagt werden, dass IQ Mining oder andere Cloud Mining Dienste eine interessante Alternative zum klassischen Kauf von Bitcoin darstellen können.

bookmark_borderAktien finden: Insiderkäufe

Insiderkäufe können als Indikator genutzt werden.

Insider verkaufen tendeziell häufer als sie kaufen. Das liegt daran, dass die meißten Insider, also Mitarbeiter des höheren Managements, teilweise auch mit Aktien bezahlt werden. Bei Bedarf werden diese zu Geld gemacht.
Auf dem Chart von openinsider.com sieht man, dass es nur selten Phasen gibt, an denen mehr Insiderkäufe als -verkäufe stattfinden (blauer Indikator > roter Indikator).
Insiderkäufe können also eher ein Indikator sein als Insiderverkäufe.

Insiderkäufe und -verkäufe zwischen Mitte 2003 bis Februar 2020

Insiderkäufe und -verkäufe können auf folgenden Seiten eingesehen werden:

bookmark_borderCandlesticks: Hammer und Hanging Man

Candlestickformationen werden an vielen Stellen in der Literatur (hier, hier, hier, hier, auf YouTube und auch in Büchern wie hier oder hier) beschrieben.
Die große Frage die ich mir regelmäßig stelle: wie gut funktioniert das Ganze?

Ich spare mir hier detaillierte Erklärungen, da sich diese in der Literatur zu Genüge finden. Im Kern geht es aber darum, dass bestimmte Candlestickformationen bzw. -muster, auch „Pattern“ genannt, Hinweise auf zukünftige Kursverläufe geben sollen.

In der Literatur werden immer wieder Beispiele gezeigt, in denen es funktioniert und teilweise auch Beispiele in denen es nicht funktioniert. Aber harte Zahlen wie zuverlässig das funktioniert gibt es eigentlich nie (oder ich habe etwas übersehen).

Also: wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Candlestickformationen funktionieren und tatsächlich einen Trend bzw. eine Trendumkehr vorhersagen?

Das gute an Candlesticks: sie sind relativ leicht automatisiert in historischen Kursverläufen zu finden. Und es ist auch leicht, den Kursverlauf in der Historie nach dem Auftauchen eines bestimmten Pattern zu überprüfen, also zu überprüfen ob das Pattern seine Wirkung entfalten konnte.

Ich habe also ein kleines Programm geschrieben und für die folgenden 50 Werte in der Historie nach den beiden Pattern Hammer und Hanging Man gesucht. Die Daten stammen von Yahoo Finance:
AAPL, ADS.DE, AMZN, BAC, BLK, BMW.DE, CVS, CVX, DB, EBAY, EURUSD=X, FRA.DE, FVRR, GC=F, IFX.DE, JNJ, KO, LISP.SW, LOGI, MA, MC.PA, MCD, MCHP, MDLZ, MPWR, MSFT, MTX.F, MUV2.DE, NFLX, NKE, NOK, NQ=F, NSRGY, NVDA, RI.PA, ROG.SW, SIE.DE, SNY, TMO, TSLA,TXN, WMT, XLNX, XOM, ^GDAXI, ^GSPC, ^IXIC, ^N225, ^STOXX50E, ^TECDAX
Auf Yahoo Finance kann man auch relativ leicht die historischen Kursdaten als CSV herunterladen.

Die Pattern Hammer und Hanging Man sehen optisch gleich aus. Der Hammer ist ein bullishes pattern, Hanging Man ein bearisches.
In der Literatur wird das Pattern wir folgt beschrieben:

Hammer und Hanging Man aus dem Buch „Technische Analyse der Finanzmärkte“ von John J. Murphy (Ausgabe 6 von 2009, Seite 305) (Link)

The hammer or hanging man is recognized by a small candle that appears at the very top of the pattern. There’s usually a pretty long wick on the bottom. If you see this pattern at the bottom of a downtrend, you’re looking at a hammer. If it appears at the top of an uptrend, it’s considered a hanging man. (Both cases assume that the patterns are actually good signals, of course.) Also, in less than ideal cases, it’s possible for a small wick to be sticking out of the top of the candle.

Beschreibung aus dem Buch „Candlestick Charting For Dummies“ von Russell Rhoads (von 2008, S. 118) (Link)

Ich habe das folgende daraus gemacht. Das ist ein Matlab Programm weil es mit Matlab schnell geht. Es ist nicht schön und effizient programmiert. Darum geht es hier aber nicht.

%Die Daten müssen in der folgenden Form vorliegen.

Date,Open,High,Low,Close,Adj Close,Volume
1971-02-05,100.000000,100.000000,100.000000,100.000000,100.000000,0
1971-02-08,100.839996,100.839996,100.839996,100.839996,100.839996,0
1971-02-09,100.760002,100.760002,100.760002,100.760002,100.760002,0
...

Kurse{i,1} bedeutet dann also der Eröffnungskurs am Tag i. Kurse{i-1,4} wäre der Schlusskurs einen Tag vor i bzw. vor dem Pattern. Die Kurse werden einfach in einer for-Schleife von i = 1 bis zum Ende der Kursdaten abgefragt.

%Finde Hammer und Hanging Man

% Docht unten muss mindestens zwei mal so lange sein wie der Körper
if docht_unten(Kurse{i,1}, Kurse{i,4}, Kurse{i,3}) >  2 * abs(koerper(Kurse{i,1}, Kurse{i,4}))

    % Docht oben darf höchstens 20 % der Länge des Körper haben (leichter overshoot ist erlaubt)
    if docht_oben(Kurse{i,1}, Kurse{i,4}, Kurse{i,2}) <  0.2 * abs(koerper(Kurse{i,1}, Kurse{i,4}))

        %Vortage über Hammer-Niveau -> Bullish Hammer
        if (Kurse{i-1,4} > Kurse{i,1}) && ...
                (Kurse{i-1,4} > Kurse{i,4}) && ...
                (Kurse{i-2,4} > Kurse{i,1}) && ...
                (Kurse{i-2,4} > Kurse{i,4})

                %Kursveränderung nach 3, 5, 7 und 10 Tagen anzeigen
        end

        %Vortag unter Hammer-Niveau -> Bearish Hanging Man
        if (Kurse{i-1,4} < Kurse{i,1}) &&...
                (Kurse{i-1,4} < Kurse{i,4})&&...
                (Kurse{i-2,4} < Kurse{i,1})&&...
                (Kurse{i-2,4} < Kurse{i,4})

                %Kursveränderung nach 3, 5, 7 und 10 Tagen anzeigen
        end
    end
end

Lasse ich dieses Programm über die 50 Kurse laufen (von AAPL wie Apple bis ^TECDAX, dem TecDax) werden in Summe 388409 Kursdaten durchsucht. Dabei werden 1314 Hammer und 1429 Hanging Man gefunden.

Jeweils drei, fünf, sieben und zehn Tage nach dem Auftreten des Hammer bzw. Hanging Man schaue ich nach, ob die Kurse höher bzw. niedriger sind als am Tag dieses Pattern. Dabei schaue ich auf die Schlusskurse.
Die Quote von 46,15 % beim Hammer nach drei Tagen bedeutet z. B.: nur in 46,15 % der Fälle war der Schlusskurs drei Tage nach dem der Hammer aufgetreten ist höher als der Schluss- oder Eröffnungskurs des Hammer.

 3 Tage 5 Tage 7 Tage 10 Tage
Quote Hammer46,15%47,40%49,03%51,20%
Quote Hanging Man53,15%50,82%48,48%47,40%
Trefferquote: Kursanstieg bzw. -verlust nach 3, 5, 7 und 10 Tagen nach dem Hammer bzw. Haning Man

Diese Ergebnisse sind zunächst ernüchternd. Sucht man nur nach dem puren Pattern wird man völlig enttäuscht. Man bekommt Ergebnisse im Bereich von 50 %, es scheint also reiner Zufall zu sein, ob Kurse nach dem Hammer bzw. Hanging Man steigen bzw. sinken.

Es gibt allerdings einen weiteren wichtigen Punkt der im im Buch „Candlestick Charting For Dummies“ genannt wird:

Although the hammer and the hanging man are individual patterns, there’s one extra step to them: the confirmation of the pattern. The confirmation comes on the following day’s opening price. If the opening price on the very next day is in the direction of the signal, you’re working with a true hammer or hanging man. If you think you have a hanging man appearing in an uptrend, you wouldn’t trade on it unless it’s confirmed the next day with an opening price lower than the previous close. By the same token, if a hammer appears during a downtrend, you need to confirm it with an opening price on the next day that’s higher than the hammer’s close.

Wichtiger Hinweis aus dem Buch „Candlestick Charting For Dummies“ von Russell Rhoads (von 2008, S. 119) (Link)

Ich erweitere also das Programm um folgende Zeilen:

%Bestätigungen am nächsten Handelstag abwarten

%Bestätigung abwarten Tag nach dem Hammer muss es höher starten als Hammerniveau
if (Kurse{i,1} < Kurse{i+1,1}) && (Kurse{i,4} < Kurse{i+1,1})

%Kursveränderung nach 3, 5, 7 und 10 Tagen anzeigen
                  
end


%Bestätigung abwarten Tag nach dem Hanging Man muss tiefer starten als Hanging Man Niveau 
if (Kurse{i,1} > Kurse{i+1,1}) && (Kurse{i,4} > Kurse{i+1,1})

%Kursveränderung nach 3, 5, 7 und 10 Tagen anzeigen

end

Jetzt werden nur noch 318 Hammer und 523 Hanging Man gefunden und die Ergebnisse sehen viel besser aus:

 3 Tage 5 Tage 7 Tage 10 Tage
Quote Hammer63,26%59,42%53,99%55,27%
Quote Hanging Man64,41%56,87%56,48%56,48%

In über 60 % der Fälle ist der Kurs nach drei Handelstagen da wo er laut dem Hammer bzw. Hanging Man Pattern sein muss. Ein sehr vielversprechender Befund.
Wie stark ist nun der durchschnittliche Schlusskurs im Vergleich zum Ausgangslevel des Hammer?

3 Tage5 Tage7 Tage10 Tage
Kurs ∅ Hammer0,77%1,08%0,96%1,20%
Kurs ∅ Hanging Man-1,03%-0,86%-0,60%-0,99%

Das ist wieder eher ernüchternd. Gut ist zwar, dass im Schnitt der Kurs beim Hammer gestiegen bzw. beim Hanging Man gesunken ist, allerdings nur um rund 1 %.

Darauf kann man sicherlich eine Handelsstrategie aufbauen, immerhin ist die Trefferquote scheinbar gar nicht schlecht.

Es braucht dennoch weitere Daten um hier gute Stops und Zielerwartungen zu erhalten.